Ein Gedankenexperiment für CEOs

Kein Chefbüro.Nur Regeln.

Ihre Mitarbeitenden stimmen über die Verfassung des Unternehmens ab. KI-Agenten entscheiden und handeln streng danach. Jede Entscheidung ist begründet und für alle lesbar.

Diese Seite fragt Sie direkt: Was gewinnen Sie? Was geben Sie ab? Und was bleibt Ihre Aufgabe?

Heute und hier

Heute entscheidet die Führung. Hier entscheiden Regeln.

Zwei Zettel. Links das Bekannte. Rechts die Idee.

Rundmail heute

Das Management hat entschieden. Das Team wird informiert.

Neue PrioritätenBeschlossen in der Klausur des Vorstands
zur Kenntnis
Budget fürs nächste JahrFreigegeben vom CFO
zur Kenntnis
Umbau im VertriebEntschieden von der Bereichsleitung
zur Kenntnis

Stimmzettel hier

Einzelne Regeln. Jede Person hat eine Stimme.

Kunden zuerstKunden zählen bei jeder Abwägung doppelt.
JaNein
Gesund wachsenKeine Ausgabe, die die Rücklage unter sechs Monate drückt.
JaNein
Lernen ist ArbeitFünf Tage Weiterbildung pro Person und Jahr sind fest.
JaNein
Wer setzt PrioritätenCEO und ManagementAlle Mitarbeitenden, per Abstimmung über Regeln
Wer entscheidet im AlltagFührungskräfte, oft nach Gefühl und ErfahrungKI-Agenten, streng an die Verfassung gebunden
Warum so?Steht im Protokoll, das wenige lesenJede Entscheidung mit Begründung, für alle lesbar
Wenn es nicht passtBeschweren, hoffen, kündigenEine Regel ändern. Die Agenten handeln ab dann anders.
Ihre RolleSie entscheiden und tragen es alleinSie halten die Regeln lesbar und vertreten die Firma nach außen

Ihre Rolle

Was Sie gewinnen. Was Sie abgeben.

Sie bleiben CEO. Ihre Arbeit ändert sich aber stark.

Das gewinnen Sie

  • Zeit. Hunderte kleine Freigaben fallen weg.
  • Rückhalt. Das Team trägt Regeln mit, die es selbst beschlossen hat.
  • Tempo im Alltag. Agenten entscheiden in Minuten, nicht nach dem nächsten Jour fixe.
  • Vertrauen. Kein Verdacht auf Hinterzimmer. Jede Begründung liegt offen.

Das geben Sie ab

  • Das letzte Wort bei Prioritäten und Budget.
  • Den Vorsprung an Wissen. Zahlen und Gründe sehen alle.
  • Entscheidungen nach Gefühl. Was nicht in den Regeln steht, gilt nicht.
  • Regeln allein ändern. Auch Sie haben nur eine Stimme.

Das bleibt Ihre Aufgabe

  • Die Verfassung lesbar halten. Kurz, klar, ohne Juristendeutsch.
  • Lücken finden und zur Abstimmung stellen.
  • Die Firma nach außen vertreten. Kunden, Banken, Behörden, Presse.
  • Die Notbremse ziehen. Sie stoppen eine Entscheidung, bis das Team abgestimmt hat.

Die Verfassung

So könnte die Unternehmens­verfassung aussehen

Kurz, für alle lesbar. Rote Artikel sind harte Grenzen. Die anderen sagen den Agenten, was wie viel zählt.

Art. 1

Recht und Sicherheit gehen vor

Keine Entscheidung verstößt gegen Gesetze oder gefährdet Menschen. Die Agenten wägen das nicht ab. Sie halten es ein.

harte Grenze
Art. 2

Jede Entscheidung wird begründet

Die Agenten veröffentlichen jede Entscheidung im Intranet. Mit Gründen und mit den Artikeln, auf die sie sich stützen.

harte Grenze
Art. 3

Schutz von Minderheiten

Kein Team und keine Kundengruppe wird dauerhaft schlechter gestellt. Diesen Artikel ändert nur eine Zweidrittelmehrheit.

harte Grenze
Art. 4

Was abgewogen wird

Fünf Ziele. Ohne andere Regel zählen alle gleich viel.

KundenMitarbeitendeWirtschaftlichkeitQualitätZukunft
Art. 5

Ab hier gibt ein Mensch frei

Über 500.000 € oder bei hohem Risiko handeln Agenten erst nach Freigabe. Der Mensch prüft, ob die Regeln eingehalten sind. Er wählt nicht neu.

harte Grenze
Art. 6

Die Notbremse

Ein ausgeloster Rat aus sieben Mitarbeitenden oder der CEO stoppt jede Entscheidung. Sie ruht, bis die Belegschaft abgestimmt hat.

harte Grenze
Art. 7

Agenten ändern ihre Regeln nie selbst

Sie dürfen auf Lücken hinweisen. Ändern dürfen die Verfassung nur die Mitarbeitenden.

harte Grenze

Wie sich eine Regel ändert

  1. 1Vorschlag

    Jede Person darf einen Artikel vorschlagen. Er braucht Unterstützung von 5 % der Belegschaft. Lücken stellt der CEO direkt zur Wahl.

    laufend
  2. 2Debatte

    Die Agenten zeigen, wie sie im letzten Quartal mit der neuen Regel entschieden hätten. Alle können es nachlesen.

    2 Wochen
  3. 3Abstimmung

    Ja oder Nein, geheim und online. Mehrheit reicht, bei harten Grenzen zwei Drittel.

    1 Woche
  4. 4Inkrafttreten

    Die Agenten handeln ab dann nach der neuen Fassung. Alte Entscheidungen bleiben.

    zum nächsten Quartal

Ausprobieren

Stimmen Sie ab. Sehen Sie, was die Agenten daraus machen.

Sie entscheiden nicht über den Fall. Sie stimmen nur über Regeln ab, wie alle anderen. Die Agenten wenden sie an.

Der Fall: 2 Millionen übrig

Ein fiktiver Maschinenbauer mit 240 Mitarbeitenden hatte ein gutes Jahr. 2 Mio. € sind frei. Vier Vorschläge liegen vor.

    Ihr Stimmzettel

    Drei Änderungen der Verfassung stehen zur Wahl. Hier zählt nur Ihre Stimme.

    Entscheidung der Agenten

    nach der Verfassung ohne Änderungen

    Öffentliche Begründung im Intranet

      Freigabe nötig (Art. 5). 2 Mio. € liegen über der Grenze von 500.000 €. Sie prüfen als CEO, ob die Regeln eingehalten sind. Sie dürfen die Wahl nicht nach Geschmack ändern.

      Nur wenn Sie einen Regelverstoß oder eine Lücke sehen.

      Offene Fragen

      Was Sie vorher klären müssten

      Die Idee klingt einfach. Sie ist es nicht. Diese Fragen müsste jede Umsetzung beantworten.

      Wer haftet?

      Das Gesellschaftsrecht kennt Geschäftsführer, keine Agenten. Sie haften weiter, auch für Entscheidungen, die Sie nicht getroffen haben.

      Denkbar: Freigabe-Grenzen so setzen, dass Sie alles Haftungsrelevante prüfen. Eine Versicherung, die das Modell kennt.

      Was sagen die Eigentümer?

      Das Kapital gehört nicht der Belegschaft. Eigentümer und Aufsichtsrat wollen mitreden, besonders beim Geld.

      Denkbar: Eigentümer setzen feste Rahmenartikel, etwa eine Mindestrendite. Innerhalb davon stimmt das Team ab.

      Ist das schnell genug?

      Im Alltag sind Agenten schneller als jede Führungskraft. Eine Regeländerung dauert aber Wochen. Der Markt wartet nicht.

      Denkbar: ein Eilverfahren für Krisen, befristet und danach zur Abstimmung.

      Wer baut und prüft die Agenten?

      Wer die Agenten baut, prägt jede Entscheidung mit. Ein Anbieter oder eine IT-Abteilung hätte dann viel Macht.

      Denkbar: Prüfung von außen wie beim Jahresabschluss. Jede Entscheidung mit denselben Daten nachrechenbar.

      Wie offen darf es sein?

      Offene Begründungen zeigen auch Preise, Gehälter und Pläne. Manches darf die Konkurrenz nicht lesen. Manches schützt der Datenschutz.

      Denkbar: offen nach innen, geschlossen nach außen. Persönliche Daten nur zusammengefasst.

      Lässt sich die Abstimmung lenken?

      Wer die Fragen formuliert, lenkt die Antworten. Ein großes Team kann ein kleines überstimmen. Druck von oben bleibt möglich.

      Denkbar: geheime Wahl, kurze Formulierungen, Art. 3 gegen Mehrheiten, die eine Gruppe treffen.